Von der Vision eines Studenten zur Hochgeschwindigkeitsbahn der Zukunft
Die Ursprünge des Transrapids reichen überraschend weit zurück: Bereits 1922 kam dem Elektrotechnikstudenten Hermann Kemper die Idee, Züge mithilfe von Elektromagneten anstelle von Rädern schweben zu lassen. Der Gedanke entstand aus seinem Wunsch, den Lärm klassischer Züge zu vermeiden. In den nachfolgenden Jahrzehnten entwickelte er das Grundprinzip der Magnetschwebetechnologie und ließ 1934 ein Patent für eine „räderlose Schwebebahn“ eintragen.
Trotz bahnbrechender Ansätze verhinderte der Zweite Weltkrieg die Umsetzung, die geplante Teststrecke kam somit niemals zustande. Doch in den 1960er Jahren wurde Kempers Idee wieder aufgegriffen. Große Unternehmen wie Krauss-Maffei, Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) und Thyssen-Henschel begannen mit der Entwicklung erster fahrbarer Prototypen. Die ersten Demonstrationsfahrzeuge –Transrapid 01 bis 05– wurden auf kurzen Teststrecken getestet und öffentlich vorgeführt. 1979 wurde der TR05 als Modell für den Personenverkehr zugelassen, welches das erste Fahrzeug mit solch einer Chance war.
Die Modellreihen

Transrapid 01

Transrapid 02

Transrapid 03

Transrapid 04

Transrapid 05
Technischer Durchbruch – aber doch kein Massenverkehrsmittel
Mit dem Bau der großen Teststrecke für Magnetschwebebahnen im Emsland (1980-2011) konnte die Technologie unter realen Bedingungen weiterentwickelt werden. Die Modellreihen TR06, TR07 und TR08 erreichten Rekordgeschwindigkeiten von über 450 km/h und verbesserten sich von Baureihe zu Baureihe immer mehr. Der TR08, welcher zu späterer Zeit auch in Shanghai im Einsatz war, zeichnete sich besonders durch seine ausgereifte Technik und seine Marktreife aus.

Transrapid 06

Transrapid 07

Transrapid 08

Transrapid 09

Transrapid in China – deutsche Technik schwebt weiter
Während der deutsche Transrapid-Betrieb marktreif im Jahre 2011 eingestellt wurde, lebt der Traum vom Schweben in China weiter: Dort fährt der Shanghai Maglev Train (SMT) seit 2002 mit bis zu 431 km/h im öffentlichen Betrieb. Mit Unterstützung deutscher Unternehmen entwickelte China eigene Magnetschwebebahnen, wie den CRRC CF600, der Geschwindigkeiten von bis zu 600 km/h erreicht.
Ein großer Sprung der Technik durch Deutschland, aber ohne die deutsche Umsetzung selbst.
